Gerhard & Daniela

 

Kampfdrachen und deren Flugeigenschaften
 

Die Flugeigenschaften eines Kampfdrachens zeichnen sich dadurch aus, dass sich der Drachen nur durch ziehen bzw. einholen der Leine stabilisieren lässt. Wird die Leine nachgelassen dreht er sich im engen Kreis um die eigene Achse, um beim nächsten Zug an der Leine wieder in Richtung der Drachenspitze zu fliegen. So kann Mann/Frau nach einiger Übungszeit auch gezielt verschiedenste Figuren fliegen.
Für absolute Anfänger besteht die Möglichkeit einen kurzen Plastikschwanz (ca. 1 m Länge) an das Ende des Drachens zu kleben. Dadurch dreht sich der Drachen langsamer und kann besser beherrscht werden. Im Laufe der Zeit wird dieser Schwanz dann immer mehr gekürzt bis er dann überhaupt nicht mehr gebraucht wird.

Icarex-Fighter im Flug

 

Kampfdrachen aus Orcon, Polypropylenefolie und Icarex
 

In den USA schon länger beliebt, gibt es in Europa leider noch nicht sehr viele Drachenbauer/innen, die Kampfdrachen aus modernen Materialien bauen. Dabei hält sich der Arbeitsaufwand aber in Grenzen und Material benötigt man auch nicht sehr viel. Für diese Drachen benötigt man keine Nähmaschine - alle Verbindungen werden geklebt (siehe die Saucy Owl - Bauanleitung auf der Planseite).
 
Wir beschäftigen uns seit Sommer 2002 mit dem Bau von Kampfdrachen. Für den Bogenstab eignet sich Kohlefaser von 1,2mm bis 1,6mm. Für den Längsstab verwendet ein Großteil der Kampfdrachenbauer/innen Bambus. Dies hat den Vorteil, dass man die nötige Wölbung des Längsstabes vor jedem Flug durch einfaches biegen des Drachens erreichen kann. Die Wölbung des Kielstabes ist unbedingt notwendig um gutes Schwebe-, Dreh- und Stopverhalten zu erzielen.
Einige Drachenbauer/innen verwenden auch Flach- oder Rundcarbon und erzielen die Wölbung durch Anbringung einer Spannleine. Es ist aber einfach eine persönliche Vorliebe, welche Materialien zum Einsatz kommen, um den Drachen für den eigenen Flugstil zu tunen.

Crazy Chicken aus Orcon im Zebradesign
 

per Doppelklebeband "gesäumte" Kante
Beim Arbeiten mit modernen Materialien ist es vor allem sehr wichtig, die Kante zwischen Drachennase und Bogenstab nicht nur heiß zu schneiden, sondern diese mit einer zweiten Lage des jeweiligen Materials zu versteifen. (siehe Bild)
Dies ist notwendig, da beim Arbeiten mit modernen Materialien die Spannleine, die bei herkömmlichen Papierkämpfern von einer Spitze zur nächsten läuft, entfällt. Bei der unteren Kante (Schleppkante) ist das Säumen bei modernen Materialien nicht zwingend notwendig und auch wäre es bei rundlichen Kantenformen etwas schwieriger.

 

Wettkämpfe / Fighterkite Competitions
 

In den USA sehr beliebt sind sogenannte line-touch Competitions, bei denen es nicht darum geht die gegnerische Leine abzuschneiden, sondern nur zu berühren. Bei diesen Wettkämpfen werden meist Kampfdrachen aus Orcon oder anderen Folien geflogen. Als Flugschnur wird meist gewachste Baumwollleine verwendet.
Bei den klassischen Wettkämpfen (Indien, Pakistan) oder bei speziellen Manjha-Competitions geht es darum, die gegnerische Leine mit der eigenen abzuschneiden. Dies funktioniert, weil auf diese Leinen (Manjha) eine Mischung von Glasstaub / Reisstärke und diversen Gewürzen aufgebracht wird. Durch den Glasstaub werden diese Leinen so scharf, dass man auch sehr darauf achten muss, sich nicht selbst an den Fingern zu verletzen. Hier werden vorwiegend etwas größere Kampfdrachen aus Papier eingesetzt.